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Es gibt solche und solche Scheidungsanwälte.

Die einen machen aus jedem kleinen Prozeß zwei große, lassen sich grundsätzlich nichts gefallen und hauen im Zweifel immer fest aufs Blech, wenn sich ein Problem abzeichnet, und beantragen immer mindestens das Doppelte von dem, was sie haben wollen.

Das befriedigt den Mandanten. Jedenfalls am Anfang, weil der Anwalt so schön tobt und mit gefährlichen Drohungen und seitenlangen Schriftsätzen um sich wirft.

Die anderen gehen nüchtern an die Tatsache heran, daß Trennung und Scheidung in diesen Zeiten eine immer wieder bedauerliche, aber dennoch häufige -und häufig nicht zu vermeidende- soziale Realität darstellt.

In der sich Lebenswege schmerzhaft gabeln und gemeinsame Pläne an widrigen Umständen zerschellen können. In der die endgültige Trennung immer noch die bessere Lösung ist als das jahrelang leidvolle, nervenzersetzende, zermürbende Miteinander und das nach außen gezeigte Schauspiel einer glücklichen Familie, die innerlich längst keine mehr ist. Eine Realität, in der sich die Trennung als das kleinere Übel darstellt, so weh diese Feststellung auch tun mag.

Wer so denkt, dem wird der Sprung über den eigenen Schatten gelingen; der wird den anderen Ehegatten nicht unter allen Umständen als "Gegner" sehen wollen, den es mit allen erlaubten und unerlaubten Mitteln zu bekämpfen und zu vernichten gilt.
Das gilt selbst dann, wenn die Liebe längst erloschen ist und massiver Abneigung bis hin zu bohrenden Haßgefühlen Platz gemacht hat. Auch da glimmt manchmal ein Rest Vernunft, der einem eine Ahnung davon eingeben kann, daß der andere vom Scheitern des gemeinsamen Lebensplanes vielleicht genauso betroffen ist wie man selbst. Auch der "Sieger" in so einer schlingernden Beziehung leidet oft wie ein geprügelter Hund. Auch wenn er nach außen den Souveränen spielt.

Wenn Sie also einen Anwalt suchen, mit dem Sie ihrem Ehepartner die erlittenen Kränkungen mal so richtig „heimzahlen" und ohne Rücksicht auf Verluste (und Kosten!) auf ihn eindreschen und ihren Vorteil suchen wollen, dann bin ich nicht der richtige Mann für Sie.

Wenn Sie jemanden suchen, der Ihnen mit Diskretion und Feingefühl möglichst geräuschlos ein Problem vom Tisch zu ziehen versucht, dann schon. Wenn Sie jemanden suchen, der faire Regelungen mit dem (früheren) Lebenspartner zu entwickeln versucht, die dann auch halten und nicht nur Quelle neuer Streitigkeiten und Prozesse sind. Der das Kindeswohl im Auge behält und mit Vorbedacht zu vermeiden sucht, daß kleine unschuldige Menschenwesen instrumentalisiert und zu Waffen im Kampf zwischen Mami und Papi werden.



Wenn sie jemanden suchen, der eine hohe "Abbruchquote" bei den Scheidungsverfahren aufzuweisen hat: Damit sind jene Verfahren gemeint, die irgendwann einmal mit einer Scheidungsberatung begonnen, vielleicht sogar gerichtlich anhängig gemacht worden sind- und dann aber gerade nicht in einer Scheidung enden, sondern in einer Versöhnung.

Nur wenige wissen, daß ein Scheidungsverfahren bis zum letzten Moment vor der Urteilsverkündung auch zurückgezogen werden kann- viele glauben, der Zug sei nach dem regen Austausch boshafter Anwaltsschreiben und dem vielen Blut, das darin vergossen wird, ohnehin abgefahren und lasse sich nicht mehr anhalten. Der Gedanke, daß zwischen zwei Menschen auch radikal reiner Tisch gemacht und aus schwarzer Nacht heraus ein neuer Anfang gewagt werden kann, wird verschüttet unter Anwaltsschriftsätzen, richterlichen Verfügungen, Kostenforderungen und dem entsetzlichen Papierkram um den Versorgungsausgleich.

Irgendwann hält man dann gar nicht mehr für möglich, dass man stattdem - auch die Hände reichen und "es noch einmal miteinander versuchen" kann.
Für diejenigen, die sich mit ihrem Partner darüber einig sind, dass das weitere Zusammenleben keinen Zweck hat und dass "möglichst schnell geschieden werden soll", bietet sich der Abschluss einer "Scheidungsfolgenvereinbarung" an. In der werden alle Fragen, die zwangsläufig bei einer Scheidung geklärt werden müssen (in erster Linie also Unterhalt, Sorgerecht und die vermögensrechtliche Auseinandersetzung) vorab besprochen und geregelt - also noch ohne Einschaltung eines Gerichtes.
Das eigentliche gerichtliche Scheidungsverfahren fällt dann sehr knapp und undramatisch aus; der Scheidungstermin vor dem Richter dauert vielleicht dann nur fünf Minuten. Dieses Verfahren eignet sich für alle, die keinen Streit wollen und eventuelle Meinungsverschiedenheiten lieber in einem gemeinsamen Gespräch mit dem Anwalt beilegen, als die Sache vor Gericht auszutragen.