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Mediation



In unseren Lande herrschen zwar (noch) nicht die Zustände, wie sie in Italien im Bereich zivilrechtlicher Streitigkeiten seit Jahrzehnten eingerissen sind: Dort erledigen sich viele Prozesse auf natürlichem Wege durch das Versterben einer oder beider Parteien. Das liegt daran, daß die Verfahren sich Jahre über Jahre hinziehen und eine Forderung über wenige Tausend Mark gut und gerne 10 Jahre lang ausprozessiert werden muß.

Deutsche Gerichte arbeiten schneller, keine Frage. Aber die Dauer gerichtlicher Verfahren ist immer noch beachtlich. Kein privater Dienstleister oder Anbieter könnte es sich leisten, einem Auftrag in der Arbeitsgeschwindigkeit nachzukommen, der vor Gericht üblich ist. Die Gerichte wissen, daß sie ein Monopol innehaben und jeder Rechtsuchende durch das Nadelöhr hindurch muß, das die Zuständigkeitsvorschriften für seinen ganz konkreten Fall vorgegeben haben: Das ist der "gesetzliche Richter", den unser Grundgesetz für jede denkbare Klage eines Bürgers vorsieht. Und dieser gesetzlicher Richter hat Zeit: Er bezieht ein festes monatliches Gehalt, das sich durch Mehrarbeit oder erhöhten "Umsatz" in keiner Weise beeinflussen lässt. Daher hat er auch keine Eile und vor allem keine Absicht, seine Arbeit so zu tun, daß seine Kunden wiederkommen: Das bedeutet nur neue Arbeit.



Streitigkeiten ziehen sich auch in Deutschland gut und gerne über Jahre hin. Das gilt umso mehr, als ja niemand die Entscheidung des ersten damit befassten Richters schicksalsergeben hinnehmen muß, sondern - von ganz kleinen Streitigkeiten unter 750,- einmal abgesehen- Rechtsmittel einlegen kann. Ein Streit durch drei Instanzen kann dann, wenn zum Beispiel eine Aufklärung des Sachverhalts durch Sachverständige erfolgen muß, auch sechs oder mehr Jahre dauern; ein Streit vor dem Amtsgericht, der dann vor dem Landgericht weitergeführt wird, dauert gerne auch seine zwei Jahre.

Nicht selten ist das dann erzielte Ergebnis wirtschaftlich uninteressant geworden, oder die Kosten haben die Hauptsache längst eingeholt und es wird nur noch "aus grundsätzlichen Erwägungen" und wegen des Prinzips gestritten.

Vor diesem Hintergrund hat der Gedanke einer außergerichtlichen Streitbeilegung einiges für sich. Es gibt Wege, um diese langwierigen Gerichtsverfahren zu vermeiden.





Ein Weg hierzu - und durchaus nicht nur in Familiensachen- ist die "Mediation".

Gemeint ist damit, daß ein neutraler Dritter die Streitparteien auf einen Weg führt, auf dem sie dann gemeinsam eine für beide Seiten akzeptable Lösung finden. Dieser Dritte muß diplomatisch begabt sein und sollte natürlich auch von der Sache, um die gestritten wird, etwas verstehen. Und natürlich sollte er ein wenig "Streittechnik" beherrschen und gerichtsfeste Regelungen und Vergleichsvorschläge ausarbeiten können. Rechtsanwälte sind für diese Aufgaben von Berufs her geeignet: Sie haben nach einigen Jahren Anwaltstätigkeit genügend Einblicke in die Abgründe der menschlichen Seele genommen und sind in der Lage, auch verfahrene Verhandlungslagen um die Klippen menschlicher Eitelkeiten herum zu bugsieren und die Parteien zu einer Einigung zu führen, die letztlich allen nutzt. Das klappt nicht immer. Aber es gelingt- abhängig vom Vermittlungs- und Verhandlungsgeschick des "Mediators" - doch so häufig, daß immer mehr Menschen in diesem Weg einer außergerichtlichen Streitbeilegung eine echte Alternative zum "Gang vor Gericht" sehen.

Das gilt nicht nur für den Bereich des Familienrechts. In Scheidungs- Unterhalts- und Sorgerechtsfragen ist zwar immerfort die Rede von der "Mediation". Außergerichtliche Streitbeilegung ist aber in praktisch allen anderen Rechtsgebieten auch einen ernsthaften Versuch wert. Mißlingt dieser Versuch, bleibt immer noch der Weg zu den Gerichten. Gelingt er, so erzielt man das Ergebnis schneller, kostengünstiger, nervenschonender und ohne den Gesichtsverlust, den man vor Gericht immer riskiert. Denn vor Gericht, so weiß schon der Volksmund, vor "Gericht und auf hoher See ist man in Gottes Hand": Da kann man nie wissen, was raus kommt."

Mit Charakterschwäche und mangelnder Courage hat so eine Haltung nichts zu tun. Eher mit Vernunft. Und vielleicht mit der Einsicht, dass unser Leben viel zu schnell vorrüberrauscht, als es mit kleinlichem Gezänk und jahrelangem Gezerre vor Gericht zu vergeuden.